Fahrzeugfinanzierung

Fahrzeugfinanzierung

Wie beim Erwerb eines jeden Vermögensgegenstandes gibt es auch beim Fahrzeugkauf vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten. Als gängigste Kreditformen sind folgende Varianten zu nennen:

  1. Normaler Ratenkredit

Autokäufer haben die Möglichkeit, bei ihrer Hausbank einen normalen Ratenkredit abzuschließen. Das erhaltene Geld ist frei verwendbar und nicht zweckgebunden. Die Summe wird in monatlichen Raten zurückbezahlt. Hierbei gilt die Faustregel: Je länger die Laufzeit, desto niedriger sind die Raten. Vergleicht man den klassischen Kredit mit anderen Formen der Autofinanzierung, stellt man folgende Vor- und Nachteile fest:

    • Positiv:
      • Wird das Fahrzeug bar bezahlt, ergeben sich oftmals gute Verhandlungsspielräume (Rabatte, Ersatz- und Zusatzteile etc.).
      • Es existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Kreditformen (Laufzeit, Tilgung o.a.); dies schafft Flexibilität.
      • Stimmt die Bonität, verbleibt der Fahrzeugbrief im Besitz des Kreditnehmers und muss nicht als Sicherheitsleistung hinterlegt werden.
    • Negativ:
      • Da der Kredit nicht zweckgebunden ist, sind die Zinsen oft deutlich höher als bei einem zweckgebundenen Kredit über den Händler und über eine Autobank.
      • Die Kreditvergabe ist an zahlreiche (Bonitäts-) Voraussetzungen gekoppelt. Werden diese nicht oder nur teilweise erfüllt, erfolgt die Auszahlung entweder unter Risikoaufschlag (höhere Zinsen) oder gar nicht.
  1. Händlerfinanzierung

Der klassischen Autokredit wird über eine Autobank abgeschlossen, die in der Regel in einer Geschäftsbeziehung zu dem jeweiligen Händler steht. Ähnlich wie bei anderen Finanzdienstleistungen (Versicherungen, Leasing) fungiert der Autohändler zusätzlich als Finanzberater. Gegenüber anderen Finanzierungsarten bestehen folgende Vor- und Nachteile:

    • Positiv:
      • Autobanken finanzieren zweckgebundene Autokredite im Regelfall erheblich niedriger als die Hausbank den normalen Ratenkredit.
      • Kunden mit schwächerer Bonität erhalten erleichterten Kreditzugang.
    • Negativ:
      • Die Auswahl an Kreditangeboten ist geringer, die Flexibilität somit eingeschränkt.
      • Der Fahrzeugbrief muss oftmals als Sicherheit hinterlegt werden.
      • Es existieren keine Rabatte für Barzahler.

Eine Sonderform der Händlerfinanzierung ist die „Drei-Wege-Finanzierung“. Diese ähnelt einem herkömmlichen Kredit; es werden eine Anzahlung sowie Monatsraten über drei oder vier Jahre geleistet. Anschließend hat der Kunde die Wahl zwischen drei Wegen: Er kann

    1. Den Restwert in Raten vollständig abbezahlen,
    2. den Restwert in einem Betrag begleichen oder
    3. das Fahrzeug zurückgeben.

3. Ballonkredit

Bei dieser Form des Kredits handelt es sich um eine Mischung aus Ratenkredit und Leasing. Am Ende einer Reihe niedriger Ratenzahlungen wird eine größerer Abschlusszahlung fällig: der Ballon. Wer diese Finanzierungsform wählt, sollte frühzeitig entweder die Form der Anschlussfinanzierung wählen oder mit der Bildung von Rücklagen für die Schlussrate beginnen. Demnach eignet sich der Ballonkredit insbesondere für diejenigen, die die Abschlusszahlung aus eigenen Mitteln bestreiten können. Wird dieser hingegen mit einem weiteren Kredit abbezahlt und dessen Bedingungen fallen schlechter aus als die für den ursprünglichen Ballonkredit, erweist sich die gesamte Finanzierungsform trotz längerfristigen Zinstiefs als suboptimal. Zu beachten ist ferner, dass auf den Ballon von Anfang an Zinsen zu zahlen sind. Diese sind in der Regel teurer, als wenn der Kredit von vornherein mit höheren Summen getilgt worden wäre.