Medizintechnik

Geräte und Aggregate, die in der Medizin eingesetzt werden, sollten stets dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Ein EKG-Gerät kostet beispielsweise etwa 13.000 Euro, ein hochwertiger Computertomograph sogar bis zu 1 Million Euro. Insbesondere niedergelassenen Ärzten stellt sich die Frage nach der optimalen Finanzierungsform.

Sofern die Finanzierung über einen Investitionskredit erfolgt, befindet sich das erworbene Gerät im sofortigen Eigentum des Käufers. Als solcher ist er für die ordnungsgemäße Durchführung von Wartungen und Reparaturen verantwortlich, welche im Medizinbereich alle zwei Jahre verpflichtend sind. Steuerlich hat die Kreditfinanzierung zur Folge, dass die Anschaffungskosten über die voraussichtliche Nutzungsdauer anteilig abgeschrieben werden.

Der Kauf von Medizingeräten lohnt sich deshalb vor allem für niedergelassene Ärzte, die
• sich mit dem Gerät auskennen, d.h. die „Testphase“ bereits abgeschlossen haben,
• eine langfristige Nutzungsdauer des gekauften Medizingeräts eingeplant haben,
• durch die Anschaffung mit weiteren Kosten, insbesondere baulichen Veränderungen, rechnen,
• an der Übernahme gebrauchter Medizintechnik interessiert sind.

Dem gegenüber steht die Möglichkeit, Medizintechnik zu leasen. Je nach Vertragsart wird eine monatlich fest vereinbarte Rate über einen Zeitraum von etwa 3 bis 10 Jahren (geräteabhängig) gezahlt. Während der Vertragslaufzeit erhält der Leasingnehmer die Nutzungsrechte für die betreffenden Medizingeräte. Es stehen zwei Leasingvarianten zur Auswahl:

• Finance-Leasing: Nach Ablauf der (längerfristigen) Vertragslaufzeit besteht in aller Regel die Möglichkeit, eine vorher vereinbarte Kaufoption wahrzunehmen. Die Restzahlung hierfür liegt üblicherweise bei etwa 10% der Anschaffungskosten. Diese Variante eignet sich insbesondere dann, wenn der Leasingnehmer seinen Schwerpunkt auf die langfristige Nutzung des Geräts gelegt hat.

• Operate-Leasing: Nach Ablauf der (kurzfristigen) Vertragslaufzeit ist – im Unterschied zum Finance-Leasing – keine Restzahlung mit Übernahme und somit auch keine komplette Tilgung vorgesehen. Liegt das Leasingmotiv darin, dass stets der neueste Stand der Technik gewahrt werden muss, ist zu dieser Variante zu raten.

Steuerlich gesehen werden die Leasingraten als laufende Betriebskosten abgesetzt. Hinzu kommt der Effekt der vertraglich vereinbarten Sonderzahlungen: In einem guten Praxisjahr werden diese geleistet und direkt als Aufwand verbucht; folglich wird der zu versteuernde Gewinn im aktuellen Jahr geschmälert.

Wirtschaftlich gesehen bietet Medizintechnik-Leasing den Vorteil, dass die monatlichen Raten parallel zu den Einnahmen gezahlt werden, die das Gerät erwirtschaftet („Pay-as-You-Earn“). Auf diese Weise amortisiert sich das Gerät quasi von alleine. Darüber hinaus eignet sich Medizintechnik-Leasing vor allem dann, wenn der Leasingnehmer nicht an einer Übernahme, sondern an einem Austausch des Gerätes interessiert ist. Es ist oftmals nicht nur der neueste Stand der Technik, sondern der Wunsch nach einer „Testphase“ des Gerätes, der dafür ausschlaggebend ist. Ein zusätzlicher Nutzen besteht in Leistungen hinsichtlich Wartung und Reparatur, die in den Verträgen integriert sein können und deren Kosten dann vom Leasinggeber getragen werden.