Vorteile für Arbeitgeber

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) betrifft sowohl Arbeitgeber als auch deren Angestellte. Insofern bietet dieses System für beide Seiten entsprechende Vorteile.

Arbeitgeber nutzen die betriebliche Altersvorsorge als Anreizsystem – in erster Linie zur Gewinnung und Förderung qualifizierter Mitarbeiter. Die bAV bietet auch eine interessante Variante zur klassischen Lohnerhöhung, da im Vergleich Lohnnebenkosten eingespart und der geförderte Mitarbeiterkreis bis zu fünf Jahre an das Unternehmen gebunden werden kann.  

Die wichtigsten Punkte in Kürze:

Vorteil: Haftungsfreiheit

Arbeitgeber haften nicht mehr für die Höhe der späteren Betriebsrente, sondern nur noch für den Zuschuss von mindestens 15 %, den sie leisten müssen. Das macht das Modell für sie attraktiver.


Vorteil: Staatliche Zuschüsse

Wenn Arbeitgeber bei Mitarbeitern mit einem Bruttoeinkommen von unter 2.200 Euro mindestens 240 und höchstens 480 Euro p.a. zuschießen, erhalten sie vom Staat 30 % dieser Summe als Zuschuss zurück. So möchte der Staat Arbeitgeber dazu motivieren, insbesondere Geringverdiener zur bAV zu bewegen und eventuell etwas mehr für sie mit einzubezahlen.

Ein Mitarbeiter verdient 2.000 Euro brutto und will monatlich 70 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV investieren. Der Pflichtanteil des Arbeitgebers liegt dann bei 10,50 Euro (15%). Entscheidet sich der Arbeitgeber jedoch für eine rein arbeitgeberfinanzierte bAV, bei der er zwischen 20 Euro und 40 Euro zuschießt, dann erhält er 30% der Summe vom Staat zurück. In diesem Fall würden dann zwischen 6 Euro und 12 Euro monatlich seiner abgeführten Lohnsteuer gutgeschrieben werden.


Vorteil: Sozialpartnermodell

Das Sozialpartnermodell ermöglicht einfachere Prozesse bei Tarifpartnern, also Arbeitgebern und Gewerkschaften. Hier spielt insbesondere die „reine Beitragszusage“ eine Rolle, sodass kein großer Aufwand entsteht, um einem Mitarbeiter die bAV zuzusagen.


Vorteil: Opting-Out-Verfahren (Teil des Sozialpartnermodells)

Das Opting-Out-Verfahren setzt voraus, dass alle Mitarbeiter eines Unternehmens, welches tarifvertraglich gebunden ist, in die betriebliche Altersvorsorge investieren. Die Mitarbeiter müssen aktiv widersprechen, wenn sie das nicht möchten.


Nicht nur für seine Mitarbeiter, sondern auch für sich selbst kann „der Chef“ die Vorteile der betrieblichen Altersvorsorge nutzen. Als Geschäftsführer (s)einer GmbH ist er angestellt und im Rahmen eines 2-Stufenplans maximal förderfähig:

  1. Stufe: Die GmbH zahlt ihm eine Direktversicherung mit dem maximal steuerfreien Betrag in Höhe von 8% der Beitragsbemessungsgrenze (2020: 552,- Euro monatlich).
  2. Stufe: Die GmbH gewährt ihm zusätzlich eine Altersrente ab einem bestimmten Renteneintrittsalter. Diese kann bilanzneutral als Unterstützungskasse oder mit Bilanzberührung als Direktzusage erfolgen. Letztere hat den Vorteil, dass in der Unternehmensbilanz Rückstellungen gebildet werden, die sich u.U. steuerlich positiv auswirken. Da die Beiträge zur Ausfinanzierung in der Ansparphase steuerbefreit erfolgen, ergeben sich weitere positive Effekte. Es gibt jedoch, was die Zusage dem Grunde und der Höhe nach betrifft, einige Voraussetzungen zu beachten.

Die Regelungen gelten analog für Vorstände einer Aktiengesellschaft.

Haben Sie Fragen zur Einrichtung eines neuen oder Reorganisation eines bestehenden betrieblichen Altersvorsorgesystems für Ihre Mitarbeiter und sich selbst? Wir unterstützen Sie gerne!