Vorteile für Arbeitnehmer

Rund 60 % der Arbeitnehmer in Deutschland zahlen aktiv in die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ein und haben somit Aussicht auf eine betriebliche Zusatzrente im Alter. Das bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass etwa 40 % der Arbeitnehmer die Vorteile der bAV nicht nutzen, obwohl sie einen gesetzlichen Anspruch darauf haben. Der Staat möchte den Anteil der Arbeitnehmer, die die bAV nutzen, gerne weiter erhöhen – insbesondere mit Blick auf das kontinuierlich sinkende Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung. So entstand das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG), welches 2018 in Kraft trat und für Arbeitnehmer folgende Vorteile festschrieb:

Vorteil: Arbeitgeberzuschuss

Sie erhalten vom Chef ab sofort (neuer Vertrag) oder spätestens ab dem 01.01.2022 (bestehender Vertrag) mindestens 15 % Ihrer investierten Summe als Zuschuss dazu und werden so beim Sparen unterstützt. Vor dem Gesetz war der Arbeitgeberzuschuss bislang keine Pflicht.

Beispiel: Arbeitgeberzuschuss Sie erhalten vom Chef ab sofort (neuer Vertrag) oder spätestens ab dem 01.01.2022 (bestehender Vertrag) mindestens 15 % Ihrer investierten Summe als Zuschuss dazu und werden so beim Sparen unterstützt. Vor dem Gesetz war der Arbeitgeberzuschuss bislang keine Pflicht. Wenn Sie beispielsweise 150 Euro monatlich einzahlen, dann muss Ihr Chef mindestens 22,50 Euro zuschießen. Er kann diesen Zuschuss nicht ablehnen. Im Jahr sind das 270 Euro extra auf Ihrem Renten-Konto.
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Vorteil: Höhere Steuerersparnis

Sie können bei der Entgeltumwandlung nun bis zu 8% der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der Deutschen Rentenversicherung steuerfrei investieren.*) Vorher lag die Höhe nur bei 4%. Im Jahr 2020 sind somit Monatsbeiträge von bis zu 552 Euro steuerfrei.

Beispiel: Wenn Sie beispielsweise ein Bruttoeinkommen von 3.000 Euro haben und 150 Euro monatlich investieren, dann müssen Sie nur 2.850 Euro versteuern. So funktioniert es mit Investitionen bis hin zu 552 Euro.

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Vorteil: Nachzahlungsoption

Bekommen Sie mindestens ein Jahr bis maximal 10 Jahre kein Gehalt, beispielsweise durch Elternzeit, Krankheit o.ä., dann können Sie nach der Rückkehr bis zu 8 % der aktuellen BBG der Deutschen Rentenversicherung für maximal 10 Jahre im Nachhinein einzahlen. Die Pauschale vereinfacht die Berechnung der Höchstsumme enorm, diese war vorher sehr viel komplexer.

Beispiel: Im Jahr 2020 betragen 8 % der BBG 552 Euro; wenn Sie beispielsweise zwei Jahre kein Gehalt erhielten, dann dürfen Sie bis zu 1.104 Euro im Nachhinein investieren (2 Jahre x 552 Euro). Ob und wie viel Sie noch investieren möchten, entscheiden Sie. Wesentlich ist nur, dass Sie die Summe in dem Jahr bezahlen, in dem Sie wieder Gehalt bekommen.

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Vorteil: Vervielfältigungsregel

Erhalten Sie beim Ausscheiden aus dem Unternehmen beispielsweise eine Abfindung, dann dürfen Sie bis zu 4 % der BBG, multipliziert mit maximal 10 vorher geleisteten Dienstjahren, zusätzlich steuerfrei in die bAV einzahlen. Auch hier war die Berechnung vorher deutlich komplexer.

Im Jahr 2020 sind 4% der BBG 276 Euro. Wenn Sie nun beispielsweise eine Abfindung von 10.000 Euro erhalten und sechs Jahre in dem Unternehmen gearbeitet haben, dann dürfen Sie davon bis zu 1.656 Euro zusätzlich steuerfrei einzahlen (6 Jahre x 276 Euro).

*) Die 8% beziehen sich auf die Steuerfreiheit der eingezahlten Beiträge. Bei den Sozialversicherungen bleibt es bei den 4%, im Jahr 2020 sind also nur bis zu 276 Euro monatlich sozialversicherungsfrei.

Gängigste Variante der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitnehmer ist die Gehaltsumwandlung in eine Direktversicherung. Der maximal steuerfreie Beitrag beträgt 8% der BBG; in 2020 sind somit 552 Euro monatliches Sparen aus dem Bruttogehalt möglich! Bei erhöhtem Vorsorgebedarf oder zusätzlichem finanziellem Spielraum – Kinder sind aus dem Haus oder Eigenheim ist abbezahlt – besteht die Möglichkeit, einen zweiten steuerlich geförderten Vertrag abzuschließen.

Haben Sie Fragen zu Ihren Rechten als Arbeitnehmer bei der betrieblichen Altersvorsorge? Wir unterstützen Sie gerne!